Artikel-Schlagworte: „Personal Learning Environment“

Lebenslanges Lernen, PLE, Frankreich und Deutschland?

Mittwoch, 21. September 2011

Wir suchten die französische Übersetzung für „Lebenslanges Lernen“ bzw. „Lifelong Learning“, weil wir recherchieren wollten, welche Initiativen die Franzosen auf diesem Gebiet durchführen.
Anscheinend existiert dieser Begriff bzw. diese Idee in Frankreich nicht.

Etwas besser ist die Lage bei der “Persönlichen Lernumgebung” bzw. dem “Personal Learning Environment”. Der Begriff wurde übersetzt mit „L’Environnement d’Apprentissage Personnel“. Hier scheint die Diskussion noch sehr in den Kinderschuhen zu stecken.

Die Auseinandersetzung mit diesen beiden Themen – Lebenslanges Lernen und Persönliche Lernumgebung – sollte mit der Frage beginnen, wer die Verantwortung für die Realisierung der beiden Konzepte übernimmt. Für den Lernenden läuft es letztlich auf die Frage hinaus: Ist meine Rolle dabei passiv oder aktiv?

Wenn ich mich als Lernende/r in der passiven Rolle sehe, dann denke ich, dass der Staat und die Institutionen mich versorgen müssen. Also versorgen mit Weiterbildungsangeboten, Programmen, Projekten, Lernumgebungen und natürlich: Lehrern, Dozenten und Professoren (und später den richtigen Jobs). Ich lasse mich füttern ;-) und gebe die Verantwortung ab „nach oben“.

Wenn ich mich in der aktiven Rolle sehe, dann überlege ich mir, wie ich meine Bildung organisieren kann. Dann tauchen die Fragen auf: Wie lerne ich am besten? Wie organisiere ich mein Wissen so, dass ich es stets verfügbar habe? Was kann ich tun, damit ich meine Anstrengungen, Kompetenzen und Wissen so dokumentiere, dass es mir bei meiner Karriere hilft? Wie überwinde ich institutionelle, fachliche, geographische, sprachliche Barrieren? Wie erstelle ich mir ein internationales e-Portfolio, dass kontinuierlich meine Aktivitäten abbildet?

Von den Franzosen wird gesagt, dass sie sich in Bildungsfragen den Autoritäten einfach unterordnen. D.h. der Lehrer hat immer recht, der Dozent hat immer recht und der Professor auch.
Anscheinend wird diese Rollenaufteilung zwischen Lernenden und Lehrenden nur wenig hinterfragt. (Sollte ich hier fälschlicherweise ein Vorurteil äußern, bitte ich den oder die Leser/in, mir dies mitzuteilen).

So eine Sicht ist für die „kritischen“ Deutschen, wie sie sich selbstbewusst bezeichnen, undenkbar. „Der Lehrer hat immer Recht?“ – Das wird eher automatisch als Witz verstanden. Meines Erachtens ist die kritische Haltung der Deutschen eine Folge der Erziehung nach dem Kriege. Das Ziel in der (auch politischen) Bildung des Bürgers: Kritikfähigkeit – Hinterfrage Autoritäten – Bilde Dir Deine eigene Meinung – und für das Training ist die Schule, die Ausbildung und Universität ein idealer Ort.

Beide Positionen des Lernenden, ob „folgsam“ oder „kritisch“, stellen den Rahmen, in dem die Bildung stattfindet nicht in Frage. Sie gehen beide davon aus, dass die Verantwortung für den eigenen Bildungserfolg bei den Institutionen und den Lehrenden liegt. Damit bleibt die Rolle des Lernenden letztlich immer noch passiv.

Ich denke, der Weg der französischen und der deutschen Lernenden (gleich welchen Alters), hin zu einer persönlich aktiven Rolle hinsichtlich der Organisation des Lebenslangen Lernens und einer funktionsfähigen Persönlichen Lernumgebung ist gleich weit.

An die Arbeit ;-)

Die Persönliche Lernumgebung – eine emanzipatorische Weichenstellung?

Dienstag, 22. Juni 2010

Zusammenfassung: Die Beurteilung und Einrichtung einer technischen Umgebung zum Lernen und Lehren erfordert viele Kompetenzen. Bildungsinstitutionen stellen Lernumgebungen zur Verfügung. Lebenslang Lernende haben eigene Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung. Eine innovative Persönliche Lernumgebung kann umwälzende Bedeutung für die Forschung, das Lehren und das Lernen erlangen.

Der Computer (oder sollte ich lieber von internetfähigen Endgeräten sprechen?) und die Programme – ob offline oder online – stellen technische Umgebungen für Lernende und Lehrende bereit.

Diejenigen, die diese technische Umgebung (also die Computer und Programme) nutzen möchten, benötigen dafür Anleitungen.

Wenn diese technische Umgebung als Hilfsmittel für die eigene Arbeit eingesetzt werden soll, wird es Ernst. Möglichst effektiv sollen nun Ziele erreicht werden. Damit das gelingt muss ich im Vorfeld viele Entscheidungen treffen (die wiederum Vorwissen und Erfahrungen voraussetzen).

  • Welches Betriebssystem wird für die technische Umgebung eingesetzt?
  • Welche Programme? Wo bekommt man diese Programme? Was kosten sie?
  • Funktionieren diese Programme mit meinem Computer, mit meinem Betriebssystem?
  • Nutze ich das Internet? Wofür? Nutze ich Internetservices? Was kostet etwas? Was ist umsonst – und warum? Was ist open source?
  • Wieviel Zeit benötige ich, um mich in dieses und jenes Programm einzuarbeiten – wieviele Probleme erwarten mich dabei und kann ich sie (ohne Hilfe) lösen?
  • Kann ich die Ergebnisse meiner Arbeit mit den Programmen so nutzen, wie ich es erwarte? (Datenaustausch mit anderen, Präsentationsmöglichkeit – also kann ich meine Daten in der Form präsentieren, die ich benötige und können andere meine Präsentation sehen, bzw. benutzen?)

Die Wahl der technischen Umgebung, die Auswahl der Programme und die Einarbeitung – wenn es um deren Einsatz zur persönlichen Zielerreichung geht – stellen Weichen für den persönlichen Erfolg.

Wenn Organisationen den Beteiligten Ziele vorgeben – eine Schule z.B. oder eine Universität – dann scheint es – angesichts der oben beschriebenen Fragestellungen – eine gute Lösung zu sein, wenn sie auch die entsprechende technische Umgebung definiert und bereit stellt. Heraus kommt – im Falle der Bildungseinrichtung – eine “Lehr- und Lernumgebung”. Diese Umgebung ist so konzipiert, dass die Ziele der Organisation bestmöglich erreicht werden können.

Aus der Perspektive des Lernenden – als jemandem der im Prozess des Lebenslangen Lernens mit unterschiedlichen Bildungsorganisationen in Kontakt kommt – sind die Ziele einer einzelnen Bildungsorganisation von untergeordneter Bedeutung. Genau genommen sollte der Lernende sogar überprüfen, ob und in wie fern die “Lehr- und Lernumgebung” der Bildungsinstitution seine eigenen Ziele fördert bzw. behindert.

Da die “Lehr- und Lernumgebung” der Bildungseinrichtung in mehreren Punkten für den Lernenden unbefriedigend ist (zeitlich beschränkter Zugriff, eingeschränktes Mitspracherecht, Gefühl beobachtet bzw. kontrolliert zu werden, keine Erlaubnis Anderen Zugang zu gewähren, keine Privatsphäre, keinen wirklich persönlichen “Raum” um alle Information hochzuladen, wenig Veranstaltungsinformationen über Ereignisse, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Bildungseinrichtung stehen, kein eigenes Wissensmanagementsystem, etc.) stellen sich weiterhin die eingangs erwähnten grundsätzlichen Fragen.

Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung

Die Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung listen Graham Atwell et al. (1) ansatzweise auf:

  1. Informationssuche
  2. Sammeln und Strukturieren
  3. Bearbeiten
  4. Analyse
  5. Reflexion
  6. Präsentieren
  7. Repräsentieren
  8. Teilen
  9. Networking

Ich halte es für wichtig, auf folgende Aspekte zu achten:

  • Einfaches Handling
  • Individualisierung
  • Verfügbarkeit sicherstellen
  • Lernunterstützung (z.B. eingebaute Lernkartei)
  • Kontexthilfen (z.B. Zeitstrahl)
  • Mehrsprachigkeit
  • Generationsübergreifender Ansatz
  • Hinweis auf aktuelle Veranstaltungen zu den Lerninhalten

Lösungsansätze für die Persönliche Lernumgebung

Bei der Suche nach Hilfestellung – z.B. bei den Ergebnissen der Suchmaschinen zum Thema “Persönliche Lernumgebung” oder PLE (Personal Learning Environment) – werden Persönliche Lernumgebungen als a) Toolsammlungen oder b) eigenständige Software vorgestellt bzw. diskutiert.

a) Die Persönliche Lernumgebung als Toolsammlung

Die Diskussion findet derzeit vor allem im universitären Kontext statt. Es werden Programme zusammengestellt, die Professoren und Studenten bei der Lehre und dem Lernen unterstützen sollen (vor allem Social Software und Webservices).

Zwischenbemerkung: An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, das die Persönliche Lernumgebung nicht nur ein Thema für “Wissenschaftler” ist, sondern ein Thema für alle Lernenden und Lehrenden. D.h., das Thema ist bereits für einen 10jährigen Schüler wichtig, genauso für die geistig fitte 90jährige, ganz zu schweigen vom 40jährigen Vater oder der 60jährigen Weltenbummlerin. (Vielleicht sei an dieser Stelle einmal darauf hingewiesen, dass es in Deutschland keine Interessenvertretung der Lernenden gibt, die sich bildungssystemübergreifend und intergenerationell um optimale Bedingungen für das Lebenslange Lernen engagiert.)

Zurück zur Toolsammlung. Die Toolsammlung ist – angesichts der eingangs erwähnten Fragen, die ich mir zu meiner technischen Umgebung und den Programmen stellen muss – und meiner persönlichen Ziele als lebenslang Lernender – keine überzeugende Lösung.

Sie überzeugt auch deswegen nicht, weil sie nicht für alle einsetzbar ist. Wie soll sich das 11jährige Mädchen eine solche Toolsammlung zusammenstellen und mit dieser Toolsammlung sinnvoll lernen? – Oder mein 90jähriger Schwiegervater in Frankreich?

Nachteile einer Persönlichen Lernumgebung als “collagenartige” Toolsammlung:

  • Sie setzt Kenntnis der verschiedenen Tools voraus, die für die Persönliche Lernumgebung interessant sein könnten
  • Sie setzt eine Umgebung (Computer oder Online-Webspace) voraus, auf der die Tools installiert werden können
  • Sie setzt ggf. ausreichend finanzielle Mittel voraus (Computer, Programme)
  • Sie verlangt die Zustimmung zu den Lizenzbedingungen der verschiedenen gewählten Services / Anwendungen. Da Lizenzbedingungen sich jederzeit ändern können, ist eine Beobachtung notwendig.
  • Sie stellt eine nicht einheitliche Materialsammlung / Programmsammlung dar. D.h. es ist – im negativen Sinne – eine Erweiterung des Materialmixes mit den entsprechenden Problemsstellungen: Kompatibilität der Programme und Formate, keine Umgebung, die alle Informationen einheitlich strukturiert und z.B. über eine Suchfunktion zugänglich macht bzw. verbindet. Keine Lernfunktionalität. Keine verständnisfördernde Funktionalität. Keine Präsentationsfunktionalität. Keine Unterstützung der Mehrsprachigkeit. Keine Lerntagebuchfunktionalität. Keine ePortfolio-Funktionalität. Keine intergenerationelle Kommunikationsplattform – da die Anwendungen individuell zusammengestellt werden und die Kommunikation mit anderen nur stattfindet, wenn diese die gleichen Services / Anwendungen nutzen.
  • Sie stellt für den Lernenden eine zusätzliche Belastung dar, der sich nicht nur wie bisher mit unterschiedlichen Datei-Formaten auseinandersetzen muss (um diese zu beherrschen), sondern nun auch die sinnvolle Nutzung der Services erlernen und reflektieren muss.

b) Die Persönliche Lernumgebung als eigenständige Software

LERNWEG (lernweg.de) ist ein Beispiel für eine eigenständige Software, eine Persönliche Lernumgebung. Hier eine Liste von Funktionen, die den Lernenden (und Lehrenden) unterstützen:

  • Persönliches Informations-, Lern- und Wissensmanagementsystem
  • Frei definierbare Wissensgebiete
  • Erlaubt Speicherung verschiedener Datenformate (Materialmix)
  • Erlaubt die verständnisfördernde Kontextualisierung von Informationen (z.B. durch Zeitstrahl)
  • Erlaubt das Memorieren durch eine integrierte automatische Lernkartei
  • Ist mehrsprachig (de, fr, en – restliche EU Sprachen folgen)
  • Suchfunktion
  • Eignet sich für Präsentationen (PDF, Blog, Gastzugang)
  • Ist barrierefrei (BITV*)
  • Zeigt auf Wunsch Veranstaltungen (potentiell auch Dissertationen) zu den eigenen Lerninhalten an (ortsabhängig)
  • Ist als Lerntagebuch und e-Portfolio einsetzbar
  • Eignet sich gleichzeitig für die Lehre
  • Eignet sich für die intergenerationelle Kommunikation

Welchem Lösungsansatz folgen? Die Entscheidung stellt wiederum Weichen.

Mit der Entscheidung für eine Persönliche Lernumgebung als eigenständiger Software vollzieht der Lernende eine emanzipatorische Weichenstellung

  • er verlässt den “Gaststatus”
    (Gast einer Bildungsinstitution für die Zeit seiner Einschreibung, Gast eines Internetservices …)
  • sie fördert seine Selbständigkeit
  • sie fördert seine Unabhängigkeit
  • sie bringt ihn auf gleiche Augenhöhe mit Lehrenden, weil er sie als leistungsfähiges Instrument für die Lehre einsetzen kann
  • er schafft persönliche Voraussetzung für eine intergenerationelle Kommunikation
  • er schafft persönliche Voraussetzung für eine mehrsprachige Kommunikation
  • erlaubt den (internationalen) Austausch von Informationen, eine Zusammenarbeit und eine übergreifende Projektarbeit

Betrachtet man z.B. das Programm LERNWEG als ein Modell einer Persönlichen Lernumgebung – welche Bedürfnisse des Lernenden in den Mittelpunkt rückt, dann wird vorstellbar, dass der Persönlichen Lernumgebung in Zukunft möglicherweise eine umwälzende Bedeutung im Bereich Forschen, Lehren und Lernen zu kommen könnte. Mit so einer Persönlichen Lernumgebung können sowohl Lernende wie Lehrende Motor einer barrierefreien, bildungssystem-, generations- und sprachübergreifenden Zusammenarbeit sein.

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(1) Graham Attwell, Jenny Bimrose, Allan Brown, Sally Anne-Barnes: Maturing learning: Mash up Personal Learning Environments.. In: Fridolin Wild, Marco Kalz, Matthias Palmér (Hrsg.): Proceedings of the First International Workshop on Mashup Personal Learning Environments (MUPPLE08) Maastricht.. Vol. 388, 2008. (Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Learning_Environment)

(2) Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung — BITV)

Der Student als Motor der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit

Dienstag, 1. Juni 2010

Vor der “hochschulübergreifenden Zusammenarbeit” kommt die “hochschulübergreifende Information”.

Ein brisantes Thema?

In der Regel gehört es zum Konzept der hochschuleigenen Lernplattform, den Zugang zur Information den eingeschriebenen Studenten vorzubehalten. Der Lernende ist Gast. Lehrende ebenso.

Die neu entwickelte persönliche Lernplattform – LERNWEG – ermöglicht dem Studenten, sein Lernen, seine Lerninhalte selbst zu organisieren.

Er entscheidet, welche Informationen teil seiner Lernumgebung, seines Lernsystems werden. Und er entscheidet, welche Informationen er wem zugänglich macht.

Er bildet schon frühzeitig ein Netzwerk von Lernenden, die genauso selbständig wie er, Informationen sammeln, verknüpfen und bereitstellen.

Beziehungen zwischen Studenten, die an unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten im eigenen Lande oder im “Ausland” studieren, lenken seine Aufmerksamkeit so auch auf andere Lehrende und Forschende.

Die mehrsprachige persönliche Lernplattform LERNWEG fördert die Selbständigkeit der Studenten. Sie ist gleichzeitig eine Lehrplattform und so auch geeignet für Dozenten und Professoren, die über die Grenzen der eigenen Hochschule initiativ werden wollen.

In diesem Sinne stellt die persönliche Lernumgebung LERNWEG eine barrierefreie Lösung – auch für die hochschulübergreifende Zusammenarbeit – dar.

Mit diesem neuen Typus der persönlichen Lernumgebung kommt die Frage auf, in wie fern es ein Problem für die Hochschulen darstellt, wenn Studenten unterschiedlicher Hochschulen untereinander sich gegenseitig über ihre Lerninhalte informieren  bzw. diese zur Verfügung stellen?

Das Wissen der Welt ist verfügbar, mein eigenes Wissen leider nicht. Was tun?

Mittwoch, 26. Mai 2010

Online-Enzyklopädien liefern mir in Sekundenschnelle Antworten auf meine Fragen.  Wenn ich aber wissen möchte, was ich vor 2 Monaten gelesen habe, was mich letztes Jahr im März beschäftigt hat, oder was ich im November 2005 gelernt habe, dann stelle ich fest, dass mein Erinnerungsvermögen überfordert ist.

Selbst, wenn ich mich – schlagwortartig – erinnere, fehlen mir die Detailinformationen. Und die Suche beginnt.

Ich glaube, es ist leicht, die Situation zu ändern. Es ist leicht, mir wesentlich mehr zu merken, ohne großen Aufwand zu betreiben, wenn ich mir vergegenwärtige, wie ich mit Informationen, dem Materialmix, dem Spezialwissen und den Brüchen umgehe.

A) Informationen: Natürlich weiß ich, dass es leicht ist, sich Informationen zu merken, wenn ich sie nur oft genug wiederhole.

Im Alltag bin ich einem stetigen Informationsfluss ausgesetzt. Teilweise ist es meine eigene Schuld, wenn ich von einer Information zu nächsten springe, teilweise liegt es daran, dass meine Umgebung versucht meine Aufmerksamkeit zu erhalten. Es liegt bei mir zu entscheiden, welche Information “Nachrichtencharakter” hat (also für mich morgen wahrscheinlich schon nicht mehr interessant ist) und welche Information es verdient, erinnert zu werden.

Jetzt brauche ich nur noch ein Werkzeug, dass mir hilft mit wenig Aufwand interessante Informationen – mit der geringstmöglichen Anzahl von Wiederholungen – ins Langzeitgedächtnis zu bekommen.

B) Materialmix: Die Informationen, die ich aufnehme, werden entweder von jemandem vorgetragen, werden an die Tafel oder das Flipchart geschrieben, ich erhalte eine Fotokopie, eine CD, ein Bild, ein Buch, eine Textdatei, eine Sprachdatei, ein Video, eine Bildschirmpräsentation, einen Link etc. Mit anderen Worten: die Information kommt auf den unterschiedlichsten Formaten daher. Und die Form, die ich wähle, um die Information festzuhalten, erweitert das Sammelsurium an Materialien noch einmal (Notizbuch, Notebook, Karteikarten, Ordner etc.)

So einen “Materialmix” kann man für gut oder schlecht halten (ich bin da geteilter Meinung) – auf jeden Fall gibt es ein Problem: Wenn ich eine Information in dem Materialmix suche und finden möchte, dann kann ich nicht einfach ein Suchwort eingeben. Ich müsste meinen Computer durchsuchen, meine Schubladen, meine Bibliothek, die schriftlichen Notizen, meine Aktenordner etc. bis ich vielleicht die eine oder andere Information hoffentlich wiederfinde (Natürlich müsste ich auch an den Orten sein, wo die Informationen liegen – zu hause, in der Uni, bei meiner Freundin).

Also, hier wäre ein Werkzeug nicht schlecht, wo ich die wichtigen Informationen aus unterschiedlichen Quellen in einer “durchsuchbaren” Oberfläche sammle.

Damit hätte ich auch gleich eine gute Grundlage fürs Wiederholen (siehe A).

C) Spezialwissen: Nach dem Ende der Grundschule übernehmen die Fachlehrer die Ausbildung in der Schule, die Dozenten und Professoren in der Uni, die Spezialisten in den einzelnen Berufen. Die Informationen, die ich recherchiere, sind in der Regel auch von Spezialisten geschrieben.

Ist es einerseits wunderbar, dass ich von Fachleuten Fachinformationen erhalte, um wirklich in die Tiefe des Wissensgebietes vorzudringen, ist es andererseits nun an mir, die Zusammenhänge zwischen den Wissensgebieten wieder herzustellen. Wenn mir das gelingt – begleitet von vielen AHA-Effekten – dann finde ich öfters eine Antwort auf die bohrende Frage: Warum ist etwas da? Warum hat sie damals das entdeckt? Wieso wurde zur Zeit Darwins so gemalt, musiziert, gebaut? Dieses Verständnis, das ich durch das Kontextualisieren von isolierten Fachinformationen bilden kann, unterstützt ebenfalls meine Fähigkeit, mir Informationen zu merken.

Auch hier wäre ein Werkzeug nicht schlecht, was mich bei der Kontextualisierung unterstützt.

D) Brüche: Als ich mit der Schule fertig war, habe ich alles in einen großen Karton gepackt, verschnürt und in den Keller gebracht. Ich war sehr froh, dass ich die Schule hinter mir hatte und wollte “nichts mehr davon wissen”.

So war es auch mit dem Studium. So war es auch mit meiner Weiterbildung.

Das meine ich, wenn ich von Brüchen spreche. In den ganzen Jahren meiner verschiedenen Ausbildungen, war ich immer wieder mit Begeisterung dabei, Interessantes zu lernen. Natürlich auch für die Prüfungen. Und – wo ist es jetzt? Wenn mich jetzt jemand fragt, was ich über Böll, Goethe, Schumann, Napoleon, Thermodynamik etc. weiß, dann – ist es nicht mehr da.

Hätte ich doch nur von Anfang an, also von der Schule über die Uni … ein vernünftiges durchgängiges System genutzt, dann hätte ich heute eine persönliche Enzyklopädie vor mir. Und da sie aus meinen gesammelten Lernerfahrungen und Aufzeichnungen bestehen würde, wäre ich glücklich, darauf zugreifen zu können und sie nach Wunsch auch mit anderen teilen zu können.

Fazit: Mit LERNWEG habe ich so ein Werkzeug schließlich gebaut. Ich hoffe, es kann Dich auch unterstützen.

Studenten und das Thema Lebenslanges Lernen

Freitag, 21. Mai 2010

Als Lernender muss ich heutzutage selbstverantwortlich meinen Lernweg organisieren. Da ich im Laufe meines Lebens verschiedene Institutionen (Schule, Hochschule, Universität, Berufsbildungszentren, Fort- und Weiterbildungsakademien etc.) – möglicherweise in verschiedenen Ländern – besuche, um meine Bildung zu erlangen, stehe ich vor der Frage:

  1. Wie und wo speichere ich die Lerninhalte, damit ich dauerhaft darauf zugreifen kann? (Materialmix)
  2. Wie kann ich mir wichtige Inhalte dauerhaft merken?
  3. Wie kann ich mit anderen zusammenarbeiten (Team- und Projektarbeit, auch länderübergreifend)?
  4. Wie kann ich meine Inhalte präsentieren (Referate, Seminare …)? Oder gar veröffentlichen?
  5. Wie kann die Ergebnisse von meinen Recherchen festhalten (Quellen; Links; Inhalte von Seiten, die morgen vielleicht nicht mehr da sind; sie kommentieren; sie mit Lernfragen versehen?)
  6. Wie kann ich einen strukturierten Überblick über mein Wissen erlangen (und meine Lücken)?
  7. Wie kann ich mit einem Suchwort in meinem gesamten Wissen suchen?
  8. Wie kann ich Lerninhalte, die mir in der Regel fachspezifisch von Spezialisten vermittelt werden, in ihren zeitlichen und kulturellen Kontext darstellen, um sie (besser) zu verstehen?
  9. Wie kann ich dafür sorgen, dass ich von Veranstaltungen in meiner Umgebung erfahre, die für meine Lerninhalte wichtig sein können?
  10. Wie kann ich dafür sorgen, dass ich von Dissertationen in meiner Umgebung erfahre, die für meine Lerninhalte wichtig sein können?
  11. Wie kann ich Lerninhalte, die in verschiedenen Sprachen vorhanden sind, miteinander verbinden?
  12. Wie kann ich mich termingerecht auf Prüfungen vorbereiten?

Für mich, wie für alle Lernenden (ob Studenten, Schüler, Berufstätige, Senioren) ist die Organisation des Lernens eine alltägliche Herausforderung und gute – praktische und nachhaltige – Lösungen stellen für mich ein Must-Have dar.

An der Stelle beteilige ich mich an der Diskussion um die aktuellen Themen zum Lebenslangen Lernen: Personal Learning Environment, E-Portfolio, Web 2.0, Einsatz von Lernplattformen, persönliche Lernumgebung, Lerntagebuch, Lernmanagement (LMS) und Wissensmanagement.

Ich beginne – als Lernender – meine Interessen wahrzunehmen, meine Perspektive in den Vordergrund zu stellen – und mit Anderen darüber zu sprechen, wie sie es machen. Wie organisieren denn die Anderen (nicht nur ihr Studium,  sondern auch) ihr Lebenslanges Lernen? Wie organisieren meine Dozenten, meine Professoren ihr Lernen? Sitzen wir nicht letztlich alle im gleichen Boot? Also, haben wir nicht die gleichen Fragen? Können wir nicht gemeinsam etwas machen und uns gegenseitig unterstützen?

Das Seminarprotokoll

Mittwoch, 19. Mai 2010

Als Student bzw. als Wissenschaftler bist Du ein professioneller “Wissensarbeiter”. Das heißt, die Recherche, Bearbeitung, Darstellung und Wiederverwendbarkeit von Informationen – ob Seminar, Vorlesung, Kongress, etc. – muss hohen Ansprüchen genügen. Ich habe einige Aspekte aufgelistet, die ich wichtig finde.

Doch vorweg:

Ein Seminarprotokoll kannst Du alleine oder mit anderen erstellen.

Ziel ist es, eine vollständige Darstellung der Themen und Ereignisse des Seminars festzuhalten.

Nun zu den Aspekten:

a) Ich gehe erst mal davon aus, dass ein chronologischer Aufbau des Seminarprotokolls sinnvoll ist. Das abschließende Protokoll sollte den Nutzern auch den Zugriff auf die Informationen des Seminars per Suchwort ermöglichen.

b) Ihr werdet im Seminar die verschiedenartige Medien und Quellen benutzen und erwähnen (siehe auch Materialmix). Diese sollte Dein bzw. euer Seminarprotokoll in geeigneter Weise darstellen können.

c) Dann solltest Du bei Deiner Wahl des Programmes sicherzustellen, dass alle Seminarteilnehmer Dein bzw. euer Seminarprotokoll in für sie lesbarer Form erhalten (Stichwort Kompatibilität).

d) Dann ist die Möglichkeit vorsorglich in Betracht zu ziehen, dass das Seminarprotokoll am Ende des Seminars – als Refexion – präsentiert werden muss.

e) Dann solltest Du vorsorglich davon ausgehen, dass – im Falle eines “hervorragenden” Seminarprotokolls – verschiedene Formen der Verbreitung und Aktualisierung anstehen. Da wäre es natürlich wünschenswert, dass Du bzw. ihr diese leicht und ohne großen Aufwand jederzeit vornehmen könnt.

f) Und Du kannst Dein (bzw. ihr könnt euer) Seminarprotokoll von vornherein so anlegen, dass die Nutzung für alle Seminarteilnehmer (und spätere Interessenten) komfortabel ist (Suchfunktion, Webzugang, PDF, Import, Hinzufügen von eigenen Ansichten, Prüfungsvorbereitung).

Seminarprotokoll, Protokoll erstellen, Personal Learning Environment, Projektdokumentation

Nun im Detail:

Zu a) Dein bzw. euer Aufbau sollte die Präsentation und die spätere Nutzbarkeit berücksichtigen.

Zu b) Im Seminar gibt es …

  • mündliche Informationen (Vorträge, Diskussionen, Fragen und Antworten, Hinweise etc.): Die kannst Du als Textinformationen notieren. Eine Aufnahme als MP3 oder Video ist natürlich auch möglich, aber vielleicht zu aufwendig.
  • visuelle Informationen (Tafelbilder, Flipcharts, Mindmaps, Fotografien, Abbildungen, etc.): Diese kannst Du fotografieren bzw. Dir von den Seminarteilnehmern geben / schicken lassen. Liegen Sie bereits als Dateien vor, kannst Du sie einfach hochladen und dem Eintrag des Tages zuordnen.
  • Dokumente (Doc, PDF, Xls, OpenOffice, PPT, Mindmaps etc.): Diese kannst Du hochladen, damit sie dauerhaft und für jeden Seminarteilnehmer verfügbar sind und bleiben.
  • Tondokumente (MP3): Du kannst diese verlinken oder hochladen.
  • Videomaterial: Du kannst die Videos verlinken.
  • Links auf Internetseiten: Du kannst Sie jeweils als Quelle oder Hinweis Deinen Einträgen hinzufügen oder ein Verzeichnis erstellen.
  • Literatur: Du kannst die Quellen direkt bei Deinen Einträgen hinzufügen oder auch hier Verzeichnis erstellen.

Bitte beachte bei den zitierten und präsentierten Materialien immer die Rechte und die Nennung der Urheber. A propos Zitate: Dein bzw. euer Seminarprotokoll sollte natürlich die Quellen korrekt zitieren.

Zu c) Du kennst es vielleicht auch aus eigener Erfahrung. Jemand benutzt ein Programm, dass Du nicht hast – oder er liefert es in einem Format, dass Du nicht bearbeiten kannst – oder in einem Format, das Du nicht in Dein “Wissensmanagementsystem” integrieren kannst. (Der Begriff “Wissensmanagementsystem” kommt Dir vielleicht komisch vor, aber wenn Du Dich auf Prüfungen vorbereitest, Materialien zusammenstellen sollst, oder später mal Informationen suchst, hast Du keine Chance, wenn Du keine Struktur hast, die Dir das Auffinden und Wiederverwenden von Informationen ermöglicht.
Aus Eigeninteresse und für Deine Mitstudenten / Kommilitonen: Präsentiere die Informationen barrierefrei, recherchierbar, ausdruckbar, bearbeitbar, wiederverwendbar. Damit lieferst Du gleichzeitig eine gutes Beispiel, dem Andere folgen werden, weil sie die Erfahrung machen konnten, wie hilfreich es ist.

zu d) Hier ist es hilfreich, das Programm zu nutzen, mit dem Du eine attraktive Darstellung der Seminarinhalte zeigen kannst. Es ist wirklich für alle eine Belohnung, etwas visuell gut Aufbereitetes zu betrachten. Dabei sollte das verwendete Programm nur wenig Kenntnisse von Dir erfordern, denn zu leicht verschwendet man seine Zeit in Formatierungsarbeiten.
Auch hier gilt wieder: Es ist eine faire Geste von Dir, wenn Du die Barrierefreiheit beachtest. D.h. Du wählst am besten eine barrierefreie Webdarstellung und ermöglichst den Export als Handout (PDF).

zu e) Dein Programm, welches Du für die Erstellung Deines Seminarprotokolls wählst, sollte wirklich einfache und unkomplizierte Aktualisierungen zu lassen. So kann Dein bzw. euer Seminarprotokoll jederzeit der Grundstein einer Folgearbeit werden.

zu f) Das finde ich besonders wichtig: Erstelle ein Seminarprotokoll, dass für Deine bzw. eure Seminarteilnehmer wirklich praktisch in der Nutzung ist.
Zu oft – wird meines Erachtens nach – nur auf Design geschaut, wenn es um eine Präsentation geht. Ich finde es viel wichtiger, auf Usability zu achten. Und ich denke, es dient der Verbreitung Deines bzw. eures Seminarprotokolls, wenn es eine ausgezeichnete Usability hat.

Ich habe bis jetzt zurückgestellt, dass Programm LERNWEG zu nennen, weil ich diese Überlegungen grundsätzlich für wichtig für ein zeitgemäßes Seminarprotokoll halte. Wenn Du LERNWEG für Dein – oder wenn ihr LERNWEG für euer Seminarprotokoll als Programm nutzt, würde ich mich freuen. Es ist dafür gemacht.

Über den Tellerrand: Veranstaltungen und Dissertationen wahrnehmen

Dienstag, 18. Mai 2010

Manchmal passiert es doch: Ich studiere, bin mit Literatur, Veröffentlichungen und Seminaren zum Thema up to date – doch ich erfahre zu spät, dass es in nächster Nähe, in meiner Stadt und im Umland eine sehr interessante Veranstaltung zu meinem Thema gab. Mist!

Mein Netzwerk hat versagt, – oder ich? Hätte ich recherchieren sollen? Ich habe vielleicht nicht mitbekommen, als meine Dozenten und Professoren darauf hingewiesen haben, oder sie haben es vielleicht auch nicht gewusst.

Natürlich bist Du, bzw. seit ihr an eurer Hochschule oder Universität nicht die Einzigen, die zu aktuellen Themen arbeiten, recherchieren und forschen. Es gibt andere Organisationen, Initiativen und Bildungsinstitutionen, die sich auch für diese Themen interessieren.

Veranstaltungen und Dissertationen, Personal Learning Plattform, persönliche Lernplattform, Lernumgebung, lebenslanges Lernen

Es ist wichtig über den Tellerrand hinaus zusehen. Selbstverständlich – aber auch leicht gesagt. In der Hochschule und Uni hat man leicht das trügerische Gefühl, man sei mitten in der Gesellschaft, mitten im Trubel.

Wenn ich mich und mein Lernen selber organisiere, dann ist es gut, eine Struktur oder Hilfsmittel zu finden, damit ich über die Veranstaltungen zu meinen Lernthemen rechtzeitig automatisch informiert werde. Und schrauben wir den Anspruch ruhig ein bisschen höher: Ich möchte auch über die Veranstaltungen informiert werden, die z.B. in englischer oder französischer Sprache stattfinden. Und, wenn ich reise, also einen Kurztrip nach Paris oder London mache, dann wäre es sehr hilfreich, wenn ich automatisch über die dort zur Zeit stattfindenden Veranstaltungen – die zu meinen Lerninhalten passen – informiert werde.

Wir haben diese Funktion in LERNWEG integriert. So gesehen ist LERNWEG wirklich europäisch und international orientiert.

Das ist ganz praktisch. Auch für die Reisevorbereitungen. Du arbeitest inzwischen fleißig an Deinem Wissensaufbau, hast bereits viele Deiner Themen als Beitrag gespeichert und kommentiert. Nehmen wir an, Du studierst in Berlin. In Deinem Profil hast Du Berlin als Stadt eingegeben und Du erhältst automatisch die Veranstaltungen angezeigt, die zu Deinen Lernthemen stattfinden. Wenn Du jetzt vorhast, in zwei Wochen für ein paar Tage nach Paris zu fahren, dann gibst Du bei Deinem Profil einfach die Stadt Paris ein. Ab sofort siehst Du in Deinem Programm automatisch alle in LERNWEG vorhandenen Veranstaltungen, die in Paris zu Deinen Themen stattfinden. Das ist nicht schlecht, oder?

Wie geht das? Uns war wichtig, dass wir nicht auf den Service von Suchmaschinen zurückgreifen, sondern uns selbst um die Eingabe qualitativ hochwertiger Veranstaltungen kümmern. Wir haben begonnen Veranstaltungen einzugeben, die in großen europäischen Städten stattfinden und erfassen dabei zunächst die kulturellen Veranstaltungen, wie Kunstausstellungen, Opern und Theateraufführungen. Wir möchten die Hinweise auf Kongresse und universitäre Veranstaltungen ausweiten. Jeder, der einen Veranstaltungshinweis in LERNWEG veröffentlichen möchte, der in den hier skizzierten Rahmen passt, kann uns diesen senden. Wir machen diesen Veranstaltungshinweis dann für alle LERNWEG Nutzer sichtbar. Du kannst die Veranstaltung auch selber in Deinen LERNWEG eingeben und uns bescheid sagen, dann machen wir sie für alle sichtbar.

Dieses System ist gut für Veranstalter und Interessierte, weil beide leichter zueinanderfinden – so denke ich.

Dissertationen

Das gleiche gilt für Dissertationen. In der Regel hat der Doktorand ein Problem, wenn es darum geht, seine Doktorarbeit zu veröffentlichen und die Druckkosten zu finanzieren. Es ist einerseits seine – teure – Pflicht und andererseits ist es wichtig für ihn, seine Arbeit bekannt zu machen.

Aus diesem Grunde ist die Arbeit mit LERNWEG für Wissenschaftler interessant. Denn es funktioniert genauso wie mit Veranstaltungen. Du siehst die Dissertationen, die zu Deinen Lerninhalten passen. So erfährst Du von den aktuellen Veröffentlichungen – die für Dich relevant sind – automatisch.

Und für den Doktoranden ist es ein Veröffentlichungsweg mehr, den er zur Verfügung hat, um auf seine Arbeit aufmerksam zu machen. Dabei kann der Doktorand seine Dissertation auch mit fremdsprachigen Schlüsselwörtern (Tags) versehen, damit sie auch von englisch- oder französischsprachigen LERNWEG Nutzern automatisch gesehen werden.

Du kannst uns Deine Dissertationsangaben schicken und wir werden sie ins System einpflegen, oder Du gibst die Dissertationsdaten selber in LERNWEG ein und gibst uns Bescheid, damit wir sie für alle sichtbar machen.

Herr Koch, Frau Schavan, Frau Merkel und ich…

Montag, 17. Mai 2010

Man kann sich die Bildungsdiskussion in Deutschland ansehen oder aber auch die EU als Ganzes betrachten. Die Finanzkrise hat ein langes Nachspiel. Die lang anhaltende Diskussion um die Hilfen für Griechenland, die Schwächen der anderen EU-Länder – die Stärke der europäischen Währung steht mehr und mehr auf dem Prüfstand. Fragen und Forderungen nach Kürzungen im Bildungsbereich von Hessens Ministerpräsident Roland Koch treffen den Nerv von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Einsparungen bei der Bildung sind aus vielen Gründen nicht hinnehmbar. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bezieht Stellung für die Bedeutung der Bildung und Bildungsausgaben in Deutschland.

Der Ausgang der Diskussion ist ungewiss, wie vieles andere in dieser ökonomisch äußerst angespannten Zeit.

Ich denke, es ist wichtig – wenn es um das Thema Bildung geht – das Ziel im Auge zu behalten und zu schauen, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt.

Wie heißt das Ziel für mich als Lernenden?

Wir wissen inzwischen alle, dass es bei Zielformulierungen darauf ankommt, diese aktiv, konkret und überprüfbar zu formulieren. Nur dann spüre ich eine Motivation zum Handeln, nur dann bildet sich die Vorstellung davon, was ich, wann und wie unternehmen muss und der sportliche Anreiz, das Ziel mit Bravour zu erreichen.

Mein Ziel heißt

Ich möchte mich bilden, um zu verstehen, was bis jetzt in den verschiedensten Wissensgebieten in verschiedensten Ländern passiert ist. Ich möchte Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen und trainieren, um die geistigen, handwerklichen und körperlichen Herausforderungen in der Gegenwart und Zukunft gut zu meistern. Europa ist mein Bewegungsraum und ich erlerne mindestens 2 weitere Sprachen und trainiere mich in der fremdsprachlichen Kommunikation. Und mit diesen Fähigkeiten und Fertigkeiten möchte ich meinen Beitrag für eine gut funktionierende Gesellschaft leisten, indem ich mir eine Arbeit bzw. Aufgabe suche, wo ich aktiv zum Wohle aller etwas bewirken kann.

Und für die Zielerreichung bin vor allem ich wichtig. Es liegt in meiner Verantwortung, das Ziel zu erreichen.

Natürlich sind die politischen Diskussionen wichtig, natürlich ist es wichtig, dass ausreichend Mittel für die Bildung bereitstehen, natürlich ist es wichtig, dass die Bedingungen der Lehre und des Lernens möglichst optimal sind.

Ich kümmere mich darum, effizient zu lernen, mein Wissen aufzubauen, Zusammenhänge zu verstehen, jederzeit und von überall auf meine Lernmaterialien und mein Wissen zuzugreifen. Meinen Wissensaustausch selbst zu managen. Und dabei achte ich auf eine gesunde Autonomie.

Und Du: Wie würdest Du Dein Ziel formulieren?

Lernen mit der integrierten Lernkartei

Montag, 10. Mai 2010

Wiederholung ist ein bewährte Methode beim Lernen. Das Gehirn merkt sich leicht wiederholt aufmerksam wahrgenomme Informationen. Es ist daher selbstverständlich, dass Du Dir als Student – wo Lernen Dein Alltag ist – die Frage stellst, wie Du die Wiederholung von wichtigen Informationen, wichtigen Lerninhalten effizient gestalten kannst.

Effizient heißt dabei: Es macht wenig Sinn, Lerninhalte jeden Tag zu wiederholen (es geht ja auch gar nicht).

Die Lernpsychologen behaupten, es sei möglich, interessiert wahrgenommene Informationen mit nur 5 Wiederholungen im Langzeitgedächtnis zu speichern. Nach der ersten Wahrnehmung – dem ersten Einprägen – folgt:

  • die Wiederholung am nächsten Tag
  • eine Woche später
  • einen Monat später
  • ein halbes Jahr später
  • und schließlich ein Jahr später

Im erfolgreichen Falle, also wenn Du Dich an die Information immer wieder erinnern konntest, hättest Du also mit der geringst möglichen Anzahl von 5 Wiederholungen sehr effektiv gelernt.

Wenn Du bei diesen Wiederholungen einmal die Antwort nicht mehr erinnerst, fängst Du wieder von vorne an. Vorteil: Du bleibst trotzdem bei der für die geringst möglichen Anzahl von Wiederholungen.

In der Vergangenheit wurden für diese Art des Lernens oft Karteikarten eingesetzt. Und deshalb ist das Ganze auch unter dem Begriff “Lernkartei” bekannt geworden.

Nun sind wir im Zeitalter des Computers und des Internets und der persönlichen Lernumgebung angekommen.

Das bietet darüber hinaus ein paar wichtige Optimierungsmöglichkeiten für diese Methode. Denn: zusammengerechnet würde es ja pro Lerninhalt 1,5 Jahre dauern, bis ich ihn im Langzeitgedächtnis gespeichert habe. Das ist für die nächste Prüfung in 3 Monaten zu spät!

LERNWEG stellt Dir die Intervalle der Lernkartei automatisch bei jedem Lerninhalt, den Du eingibst oder importierst zur Verfügung – und die Möglichkeit den gesamten Zeitraum zu verkürzen, indem Du ein “Lernziel-Datum” eingibst. Dann präsentiert Dir LERNWEG die Fragen 5 mal innerhalb des zur Verfügung stehenden Zeitraumes – und verkürzt die Intervalle proportional.

Da Du mit LERNWEG fächerübergreifend lernst, ist diese Methode darüber hinaus sehr abwechslungsreich – und es ist natürlich ein sehr gutes Gedächtnistraining.

Ein Lerntagebuch mit LERNWEG?

Freitag, 7. Mai 2010

In LERNWEG findest Du unter dem Menüpunkt: “Zeitstrahl nach Bearbeitungsdatum” eine chronologische Auflistung Deiner Tätigkeiten.

Du kannst einen Filter setzen und so auch selektiv Deine Tätigkeiten in einem bestimmten Bereich anzeigen lassen. So siehst Du auf einen Blick, wann und wie oft Du Dich z.B. mit einem Projekt beschäftigt hast.

So kannst Du es auch als Lernprotokoll nutzen.

Wenn Du einen Praktikumsbericht schreiben musst oder willst, dann ist es die beste Methode, Deine Einträge direkt mit Zeitangabe zu speichern, damit sie auch im normalen Zeitstrahl chronologisch angezeigt werden. Der große Vorteil dieser Arbeitsweise – insbesondere für einen Praktikumsbericht – ist der, jederzeit einen sehr übersichtlichen Zugriff auf Deine Tätigkeiten zu haben. Mit der eingebauten Suchfunktion findest Du auch per Suchwort alle Aktivitäten die Du im Praktikum gemacht hast.

Wenn Du LERNWEG nutzt, dann brauchst Du Dich nicht bewusst – jetzt – für den Einsatz eines Lerntagebuchs entscheiden, weil LERNWEG sowieso schon automatisch dafür sorgt, dass Du ein Lerntagebuch hast. Das sage ich auch auf folgendem Hintergrund: Als Student entsteht bereits nach kurzer Zeit ein imposante Darstellung Deiner Lernaktivitäten. Wenn man gerade in der Ausbildung ist, nimmt man es nicht so wahr, aber wenn Du Dich nach ein paar Monaten (oder Jahren) hinsetzt und Dir ansiehst, was Du alles gemacht hast, dann wirst Du beeindruckt sein. Und es ist befriedigend, es ist einfach EIN Feedback!

Viele diskutieren auch über die Vor- und Nachteile eines Blogs, um diesen als Lerntagebuch einzusetzen. Ein Blog ist eine ganz eigene Präsentationsform, die vor allem eine andere Öffentlichkeit herstellt, deswegen bestimmt für manche eine gute Wahl.

Angenommen Du möchtest (D)einen Blog nutzen, kannst Du die Inhalte, die Du in LERNWEG schreibst und erarbeitest jeweils nach dem Speichern durch einen Klick in Deinem Webblog veröffentlichen. In LERNWEG kannst Du diese Verbindung automatisch einrichten.