Artikel-Schlagworte: „persönliche Lernumgebung“

Lebenslanges Lernen, PLE, Frankreich und Deutschland?

Mittwoch, 21. September 2011

Wir suchten die französische Übersetzung für „Lebenslanges Lernen“ bzw. „Lifelong Learning“, weil wir recherchieren wollten, welche Initiativen die Franzosen auf diesem Gebiet durchführen.
Anscheinend existiert dieser Begriff bzw. diese Idee in Frankreich nicht.

Etwas besser ist die Lage bei der “Persönlichen Lernumgebung” bzw. dem “Personal Learning Environment”. Der Begriff wurde übersetzt mit „L’Environnement d’Apprentissage Personnel“. Hier scheint die Diskussion noch sehr in den Kinderschuhen zu stecken.

Die Auseinandersetzung mit diesen beiden Themen – Lebenslanges Lernen und Persönliche Lernumgebung – sollte mit der Frage beginnen, wer die Verantwortung für die Realisierung der beiden Konzepte übernimmt. Für den Lernenden läuft es letztlich auf die Frage hinaus: Ist meine Rolle dabei passiv oder aktiv?

Wenn ich mich als Lernende/r in der passiven Rolle sehe, dann denke ich, dass der Staat und die Institutionen mich versorgen müssen. Also versorgen mit Weiterbildungsangeboten, Programmen, Projekten, Lernumgebungen und natürlich: Lehrern, Dozenten und Professoren (und später den richtigen Jobs). Ich lasse mich füttern ;-) und gebe die Verantwortung ab „nach oben“.

Wenn ich mich in der aktiven Rolle sehe, dann überlege ich mir, wie ich meine Bildung organisieren kann. Dann tauchen die Fragen auf: Wie lerne ich am besten? Wie organisiere ich mein Wissen so, dass ich es stets verfügbar habe? Was kann ich tun, damit ich meine Anstrengungen, Kompetenzen und Wissen so dokumentiere, dass es mir bei meiner Karriere hilft? Wie überwinde ich institutionelle, fachliche, geographische, sprachliche Barrieren? Wie erstelle ich mir ein internationales e-Portfolio, dass kontinuierlich meine Aktivitäten abbildet?

Von den Franzosen wird gesagt, dass sie sich in Bildungsfragen den Autoritäten einfach unterordnen. D.h. der Lehrer hat immer recht, der Dozent hat immer recht und der Professor auch.
Anscheinend wird diese Rollenaufteilung zwischen Lernenden und Lehrenden nur wenig hinterfragt. (Sollte ich hier fälschlicherweise ein Vorurteil äußern, bitte ich den oder die Leser/in, mir dies mitzuteilen).

So eine Sicht ist für die „kritischen“ Deutschen, wie sie sich selbstbewusst bezeichnen, undenkbar. „Der Lehrer hat immer Recht?“ – Das wird eher automatisch als Witz verstanden. Meines Erachtens ist die kritische Haltung der Deutschen eine Folge der Erziehung nach dem Kriege. Das Ziel in der (auch politischen) Bildung des Bürgers: Kritikfähigkeit – Hinterfrage Autoritäten – Bilde Dir Deine eigene Meinung – und für das Training ist die Schule, die Ausbildung und Universität ein idealer Ort.

Beide Positionen des Lernenden, ob „folgsam“ oder „kritisch“, stellen den Rahmen, in dem die Bildung stattfindet nicht in Frage. Sie gehen beide davon aus, dass die Verantwortung für den eigenen Bildungserfolg bei den Institutionen und den Lehrenden liegt. Damit bleibt die Rolle des Lernenden letztlich immer noch passiv.

Ich denke, der Weg der französischen und der deutschen Lernenden (gleich welchen Alters), hin zu einer persönlich aktiven Rolle hinsichtlich der Organisation des Lebenslangen Lernens und einer funktionsfähigen Persönlichen Lernumgebung ist gleich weit.

An die Arbeit ;-)

Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung (PLE)

Donnerstag, 22. Juli 2010
Lernmanagement- und Kompetenzmanagementsysteme stellen technologische Konzepte für Bildungseinrichtungen und Unternehmen dar, um deren Bedürfnisse zu erfüllen.

Während die LMS und KMS in den letzten Jahren ein jeweils relativ einheitliches Erscheinungsbild sowie Funktionsumfang zeigen, welches eindeutig auf die Bedürfnisse/Anforderungen von Bildungsinstitutionen und Unternehmen abgestimmt ist, verhält es sich bei den Persönlichen Lernumgebungen (PLE) anders.

Hier gibt es derzeit keine Organisation, die die Interessen der Lernenden vertritt und deren Bedürfnisse/Anforderungen formuliert. Lernende nutzen in der Regel – entsprechend ihren Kompetenzen und finanziellen Möglichkeiten – möglichst frei verfügbare digitale Werkzeuge. Die Notwendigkeit für Lernende, sich zu informieren, sich gegenseitig zu unterstützen, untereinander auszutauschen und zusammenzuarbeiten sowie die Weiterentwicklung vom Web 1.0 zum Web 2.0 führt derzeit zu einer starken Nutzung der Social Media Anwendungen – auch im Lernkontext (nicht immer freiwillig, da Lehrende die Nutzung von SMA manchmal auch fordern).

Die Bestandteile einer Persönlichen Lernumgebung sind individuell. Die digitale Persönliche Lernumgebung hat derzeit noch kein einheitliches Erscheinungsbild bzw. -format. Schon bei der Definition heißt es: „Vorsichtshalber offen formulieren!“

Anforderungen

Derzeit wird die PLE und ihr Einsatz noch hauptsächlich im Kontext der Hochschule / Universität diskutiert. Das Bewußtsein für die Notwendigkeit, lebenslang zu lernen bringt die Diskussion in alle gesellschaftlichen Gruppen und braucht Lösungen für alle Altersgruppen.

Versucht man Anforderungen für eine PLE zu formulieren – die der Realität des lebenslangen Lernens gerecht werden können – so sollten diese Folgendes berücksichtigen:

  • Lernende (mit Zugang zu digitalen Werkzeugen) sind zwischen 10 und 100 Jahren
    Daraus folgt: einfache Bedienung des Systems, da keine bzw. nur eine geringe Medienkompetenz vorausgesetzt werden kann; Austauschbarkeit mit Anderen, generationsübergreifend.
  • Lernende besuchen im Laufe ihres Lebens verschiedene Bildungsinstitutionen (oder keine)
    Daraus folgt: Eigene Datenspeicherung und Lernwerkzeuge, die bildungssystemübergreifend immer zur Verfügung stehen.
  • Lernende sind in der Wahl ihrer Interessengebiete frei und unabhängig
    Daraus folgt: Freie Gestaltung der Wissensgebiete
  • Lernende sollten mehr als eine Sprache verstehen und bestensfalls in weiteren Sprachen kommunizieren können
    Daraus folgt: Mehrsprachigkeit der PLE, auch wichtig für den Austausch mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen.
  • Lernende wechseln möglicherweise öfters den Standort, das Land, die Sprache
    Daraus folgt: Mehrsprachigkeit
  • Lernende brauchen Zugriff auf ihr eigenes Wissen
    Daraus folgt: Eigenes Wissensmanagementsystem für Kontinuität, Suche, Verknüpfungen und Kontextualisierungen, schnelles und effektives arbeiten, austauschen und präsentieren
  • Lernende brauchen Lernwerkzeuge und -funktionen, die den Lernprozess aktiv unterstützen
    Daraus folgt: Integrierte Hilfen zum Memorieren und Kontextualisieren
  • Lernende brauchen Präsentationswerkzeuge bzw. Veröffentlichungswerkzeuge
    Daraus folgt: Einfacher Gastzugang für ausgewählte Teilbereiche des eigenen Lernstoffes / Wissens. Einfache Präsentation eines E-portfolios. Exporte ins Web (Gastzugang, Blog), als PDF)
  • Lernende brauchen Zugang zu aktuellen Informationen
    Daraus folgt: Veranstaltungshinweise mit Bezug zu den eigenen Interessen, Lern- und Wissensinhalten. Auch in mehreren Sprachen.
  • Lernende brauchen den Austausch mit Anderen
    Daraus folgt: Import- und Exportmöglichkeiten sowie Präsentations- und Veröffentlichungswerkzeuge
  • Lernende können die Rolle wechseln und zum Lehrenden werden
    Daraus folgt: siehe „Lernende brauchen den Austausch mit Anderen“
  • Lernende erhalten Informationen in unterschiedlichsten Formaten
    Daraus folgt: Unterschiedliche Dateiformate müssen sich aufnehmen lassen und soweit wie möglich darstellen lassen
  • Lernende brauchen Datenschutz für ihre persönlichen Daten
    Daraus folgt: Sie entscheiden selber, ob und wenn, wer zu welchen gespeicherten Inhalten Zugang erhält, das betrifft auch externe Serviceanbieter wie Suchmaschinen, die aus diesem Grund nicht zwangsläufig/notwendig Bestandteil einer PLE sein können.
  • Lernende brauchen eine einfache und kostengünstigen Weg, jederzeit an ihre eigene PLE zu kommen
    Daraus folgt: Webbasierte PLE (eigener PC nicht notwendig); niedriger Preis, damit sich alle eine eigene PLE leisten können
  • Lernende haben unterschiedliche persönliche Einschränkungen bei der Arbeit mit einer PLE
    Daraus folgt: Die PLE sollte barrierearm / barrierefrei sein.

Die Persönliche Lernumgebung – eine emanzipatorische Weichenstellung?

Dienstag, 22. Juni 2010

Zusammenfassung: Die Beurteilung und Einrichtung einer technischen Umgebung zum Lernen und Lehren erfordert viele Kompetenzen. Bildungsinstitutionen stellen Lernumgebungen zur Verfügung. Lebenslang Lernende haben eigene Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung. Eine innovative Persönliche Lernumgebung kann umwälzende Bedeutung für die Forschung, das Lehren und das Lernen erlangen.

Der Computer (oder sollte ich lieber von internetfähigen Endgeräten sprechen?) und die Programme – ob offline oder online – stellen technische Umgebungen für Lernende und Lehrende bereit.

Diejenigen, die diese technische Umgebung (also die Computer und Programme) nutzen möchten, benötigen dafür Anleitungen.

Wenn diese technische Umgebung als Hilfsmittel für die eigene Arbeit eingesetzt werden soll, wird es Ernst. Möglichst effektiv sollen nun Ziele erreicht werden. Damit das gelingt muss ich im Vorfeld viele Entscheidungen treffen (die wiederum Vorwissen und Erfahrungen voraussetzen).

  • Welches Betriebssystem wird für die technische Umgebung eingesetzt?
  • Welche Programme? Wo bekommt man diese Programme? Was kosten sie?
  • Funktionieren diese Programme mit meinem Computer, mit meinem Betriebssystem?
  • Nutze ich das Internet? Wofür? Nutze ich Internetservices? Was kostet etwas? Was ist umsonst – und warum? Was ist open source?
  • Wieviel Zeit benötige ich, um mich in dieses und jenes Programm einzuarbeiten – wieviele Probleme erwarten mich dabei und kann ich sie (ohne Hilfe) lösen?
  • Kann ich die Ergebnisse meiner Arbeit mit den Programmen so nutzen, wie ich es erwarte? (Datenaustausch mit anderen, Präsentationsmöglichkeit – also kann ich meine Daten in der Form präsentieren, die ich benötige und können andere meine Präsentation sehen, bzw. benutzen?)

Die Wahl der technischen Umgebung, die Auswahl der Programme und die Einarbeitung – wenn es um deren Einsatz zur persönlichen Zielerreichung geht – stellen Weichen für den persönlichen Erfolg.

Wenn Organisationen den Beteiligten Ziele vorgeben – eine Schule z.B. oder eine Universität – dann scheint es – angesichts der oben beschriebenen Fragestellungen – eine gute Lösung zu sein, wenn sie auch die entsprechende technische Umgebung definiert und bereit stellt. Heraus kommt – im Falle der Bildungseinrichtung – eine “Lehr- und Lernumgebung”. Diese Umgebung ist so konzipiert, dass die Ziele der Organisation bestmöglich erreicht werden können.

Aus der Perspektive des Lernenden – als jemandem der im Prozess des Lebenslangen Lernens mit unterschiedlichen Bildungsorganisationen in Kontakt kommt – sind die Ziele einer einzelnen Bildungsorganisation von untergeordneter Bedeutung. Genau genommen sollte der Lernende sogar überprüfen, ob und in wie fern die “Lehr- und Lernumgebung” der Bildungsinstitution seine eigenen Ziele fördert bzw. behindert.

Da die “Lehr- und Lernumgebung” der Bildungseinrichtung in mehreren Punkten für den Lernenden unbefriedigend ist (zeitlich beschränkter Zugriff, eingeschränktes Mitspracherecht, Gefühl beobachtet bzw. kontrolliert zu werden, keine Erlaubnis Anderen Zugang zu gewähren, keine Privatsphäre, keinen wirklich persönlichen “Raum” um alle Information hochzuladen, wenig Veranstaltungsinformationen über Ereignisse, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Bildungseinrichtung stehen, kein eigenes Wissensmanagementsystem, etc.) stellen sich weiterhin die eingangs erwähnten grundsätzlichen Fragen.

Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung

Die Anforderungen an eine Persönliche Lernumgebung listen Graham Atwell et al. (1) ansatzweise auf:

  1. Informationssuche
  2. Sammeln und Strukturieren
  3. Bearbeiten
  4. Analyse
  5. Reflexion
  6. Präsentieren
  7. Repräsentieren
  8. Teilen
  9. Networking

Ich halte es für wichtig, auf folgende Aspekte zu achten:

  • Einfaches Handling
  • Individualisierung
  • Verfügbarkeit sicherstellen
  • Lernunterstützung (z.B. eingebaute Lernkartei)
  • Kontexthilfen (z.B. Zeitstrahl)
  • Mehrsprachigkeit
  • Generationsübergreifender Ansatz
  • Hinweis auf aktuelle Veranstaltungen zu den Lerninhalten

Lösungsansätze für die Persönliche Lernumgebung

Bei der Suche nach Hilfestellung – z.B. bei den Ergebnissen der Suchmaschinen zum Thema “Persönliche Lernumgebung” oder PLE (Personal Learning Environment) – werden Persönliche Lernumgebungen als a) Toolsammlungen oder b) eigenständige Software vorgestellt bzw. diskutiert.

a) Die Persönliche Lernumgebung als Toolsammlung

Die Diskussion findet derzeit vor allem im universitären Kontext statt. Es werden Programme zusammengestellt, die Professoren und Studenten bei der Lehre und dem Lernen unterstützen sollen (vor allem Social Software und Webservices).

Zwischenbemerkung: An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, das die Persönliche Lernumgebung nicht nur ein Thema für “Wissenschaftler” ist, sondern ein Thema für alle Lernenden und Lehrenden. D.h., das Thema ist bereits für einen 10jährigen Schüler wichtig, genauso für die geistig fitte 90jährige, ganz zu schweigen vom 40jährigen Vater oder der 60jährigen Weltenbummlerin. (Vielleicht sei an dieser Stelle einmal darauf hingewiesen, dass es in Deutschland keine Interessenvertretung der Lernenden gibt, die sich bildungssystemübergreifend und intergenerationell um optimale Bedingungen für das Lebenslange Lernen engagiert.)

Zurück zur Toolsammlung. Die Toolsammlung ist – angesichts der eingangs erwähnten Fragen, die ich mir zu meiner technischen Umgebung und den Programmen stellen muss – und meiner persönlichen Ziele als lebenslang Lernender – keine überzeugende Lösung.

Sie überzeugt auch deswegen nicht, weil sie nicht für alle einsetzbar ist. Wie soll sich das 11jährige Mädchen eine solche Toolsammlung zusammenstellen und mit dieser Toolsammlung sinnvoll lernen? – Oder mein 90jähriger Schwiegervater in Frankreich?

Nachteile einer Persönlichen Lernumgebung als “collagenartige” Toolsammlung:

  • Sie setzt Kenntnis der verschiedenen Tools voraus, die für die Persönliche Lernumgebung interessant sein könnten
  • Sie setzt eine Umgebung (Computer oder Online-Webspace) voraus, auf der die Tools installiert werden können
  • Sie setzt ggf. ausreichend finanzielle Mittel voraus (Computer, Programme)
  • Sie verlangt die Zustimmung zu den Lizenzbedingungen der verschiedenen gewählten Services / Anwendungen. Da Lizenzbedingungen sich jederzeit ändern können, ist eine Beobachtung notwendig.
  • Sie stellt eine nicht einheitliche Materialsammlung / Programmsammlung dar. D.h. es ist – im negativen Sinne – eine Erweiterung des Materialmixes mit den entsprechenden Problemsstellungen: Kompatibilität der Programme und Formate, keine Umgebung, die alle Informationen einheitlich strukturiert und z.B. über eine Suchfunktion zugänglich macht bzw. verbindet. Keine Lernfunktionalität. Keine verständnisfördernde Funktionalität. Keine Präsentationsfunktionalität. Keine Unterstützung der Mehrsprachigkeit. Keine Lerntagebuchfunktionalität. Keine ePortfolio-Funktionalität. Keine intergenerationelle Kommunikationsplattform – da die Anwendungen individuell zusammengestellt werden und die Kommunikation mit anderen nur stattfindet, wenn diese die gleichen Services / Anwendungen nutzen.
  • Sie stellt für den Lernenden eine zusätzliche Belastung dar, der sich nicht nur wie bisher mit unterschiedlichen Datei-Formaten auseinandersetzen muss (um diese zu beherrschen), sondern nun auch die sinnvolle Nutzung der Services erlernen und reflektieren muss.

b) Die Persönliche Lernumgebung als eigenständige Software

LERNWEG (lernweg.de) ist ein Beispiel für eine eigenständige Software, eine Persönliche Lernumgebung. Hier eine Liste von Funktionen, die den Lernenden (und Lehrenden) unterstützen:

  • Persönliches Informations-, Lern- und Wissensmanagementsystem
  • Frei definierbare Wissensgebiete
  • Erlaubt Speicherung verschiedener Datenformate (Materialmix)
  • Erlaubt die verständnisfördernde Kontextualisierung von Informationen (z.B. durch Zeitstrahl)
  • Erlaubt das Memorieren durch eine integrierte automatische Lernkartei
  • Ist mehrsprachig (de, fr, en – restliche EU Sprachen folgen)
  • Suchfunktion
  • Eignet sich für Präsentationen (PDF, Blog, Gastzugang)
  • Ist barrierefrei (BITV*)
  • Zeigt auf Wunsch Veranstaltungen (potentiell auch Dissertationen) zu den eigenen Lerninhalten an (ortsabhängig)
  • Ist als Lerntagebuch und e-Portfolio einsetzbar
  • Eignet sich gleichzeitig für die Lehre
  • Eignet sich für die intergenerationelle Kommunikation

Welchem Lösungsansatz folgen? Die Entscheidung stellt wiederum Weichen.

Mit der Entscheidung für eine Persönliche Lernumgebung als eigenständiger Software vollzieht der Lernende eine emanzipatorische Weichenstellung

  • er verlässt den “Gaststatus”
    (Gast einer Bildungsinstitution für die Zeit seiner Einschreibung, Gast eines Internetservices …)
  • sie fördert seine Selbständigkeit
  • sie fördert seine Unabhängigkeit
  • sie bringt ihn auf gleiche Augenhöhe mit Lehrenden, weil er sie als leistungsfähiges Instrument für die Lehre einsetzen kann
  • er schafft persönliche Voraussetzung für eine intergenerationelle Kommunikation
  • er schafft persönliche Voraussetzung für eine mehrsprachige Kommunikation
  • erlaubt den (internationalen) Austausch von Informationen, eine Zusammenarbeit und eine übergreifende Projektarbeit

Betrachtet man z.B. das Programm LERNWEG als ein Modell einer Persönlichen Lernumgebung – welche Bedürfnisse des Lernenden in den Mittelpunkt rückt, dann wird vorstellbar, dass der Persönlichen Lernumgebung in Zukunft möglicherweise eine umwälzende Bedeutung im Bereich Forschen, Lehren und Lernen zu kommen könnte. Mit so einer Persönlichen Lernumgebung können sowohl Lernende wie Lehrende Motor einer barrierefreien, bildungssystem-, generations- und sprachübergreifenden Zusammenarbeit sein.

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(1) Graham Attwell, Jenny Bimrose, Allan Brown, Sally Anne-Barnes: Maturing learning: Mash up Personal Learning Environments.. In: Fridolin Wild, Marco Kalz, Matthias Palmér (Hrsg.): Proceedings of the First International Workshop on Mashup Personal Learning Environments (MUPPLE08) Maastricht.. Vol. 388, 2008. (Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Learning_Environment)

(2) Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung — BITV)

Generationsübergreifend kommunizieren

Montag, 10. Mai 2010

Die demographische Situation in den europäischen Ländern zeigt, dass ältere Menschen einen immer größeren Anteil der Bevölkerung stellen. Daher ist es wichtig älteren Menschen die Kommunikationsmittel zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen um aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

LERNWEG wurde als generationsübergreifendes Programm entwickelt. Es ist ein persönliches Informations-, Kommunikations-, Lern- und Wissensmanagementsystem auch für aktive 80 oder 90jährige.

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Und was hat das mit mir als Student zu tun? Was hat das mit mir zu tun, als jemand der sein Lernen eigenverantwortlich organisiert?

Wir befinden uns derzeit in einer spannenden Umbruchphase, wo die Kommunikationswege gelegt werden, die einen Dialog / oder eine Zusammenarbeit zwischen 15, 30, 50, 70 und 90jährigen ermöglichen. Die Altersstufen repräsentieren einen unterschiedlichen Erfahrungsschatz, unterschiedliche Sichtweisen, unterschiedliche Methoden und Strategien um Fragen und Probleme zu lösen.

Meines Erachtens nach heißt es jetzt – als Lernender – ganz aktiv selbst die anderen Generationen als Ressource in meine Lernsituation mit einzubeziehen. Und anderes herum, den anderen Generationen auch als Ressource zur Verfügung zu stehen.

Du kannst sofort mit der Umsetzung beginnen, indem Du Arbeitsmittel einsetzt, die auch für die anderen Generationen zugänglich und bedienbar sind. LERNWEG stellt Dir ein System zur Verfügung, dass in mehreren Sinne “barrierefrei” ist (siehe Barrierefreiheit ist spürbar).

Ein Lerntagebuch mit LERNWEG?

Freitag, 7. Mai 2010

In LERNWEG findest Du unter dem Menüpunkt: “Zeitstrahl nach Bearbeitungsdatum” eine chronologische Auflistung Deiner Tätigkeiten.

Du kannst einen Filter setzen und so auch selektiv Deine Tätigkeiten in einem bestimmten Bereich anzeigen lassen. So siehst Du auf einen Blick, wann und wie oft Du Dich z.B. mit einem Projekt beschäftigt hast.

So kannst Du es auch als Lernprotokoll nutzen.

Wenn Du einen Praktikumsbericht schreiben musst oder willst, dann ist es die beste Methode, Deine Einträge direkt mit Zeitangabe zu speichern, damit sie auch im normalen Zeitstrahl chronologisch angezeigt werden. Der große Vorteil dieser Arbeitsweise – insbesondere für einen Praktikumsbericht – ist der, jederzeit einen sehr übersichtlichen Zugriff auf Deine Tätigkeiten zu haben. Mit der eingebauten Suchfunktion findest Du auch per Suchwort alle Aktivitäten die Du im Praktikum gemacht hast.

Wenn Du LERNWEG nutzt, dann brauchst Du Dich nicht bewusst – jetzt – für den Einsatz eines Lerntagebuchs entscheiden, weil LERNWEG sowieso schon automatisch dafür sorgt, dass Du ein Lerntagebuch hast. Das sage ich auch auf folgendem Hintergrund: Als Student entsteht bereits nach kurzer Zeit ein imposante Darstellung Deiner Lernaktivitäten. Wenn man gerade in der Ausbildung ist, nimmt man es nicht so wahr, aber wenn Du Dich nach ein paar Monaten (oder Jahren) hinsetzt und Dir ansiehst, was Du alles gemacht hast, dann wirst Du beeindruckt sein. Und es ist befriedigend, es ist einfach EIN Feedback!

Viele diskutieren auch über die Vor- und Nachteile eines Blogs, um diesen als Lerntagebuch einzusetzen. Ein Blog ist eine ganz eigene Präsentationsform, die vor allem eine andere Öffentlichkeit herstellt, deswegen bestimmt für manche eine gute Wahl.

Angenommen Du möchtest (D)einen Blog nutzen, kannst Du die Inhalte, die Du in LERNWEG schreibst und erarbeitest jeweils nach dem Speichern durch einen Klick in Deinem Webblog veröffentlichen. In LERNWEG kannst Du diese Verbindung automatisch einrichten.